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TRÄUME vs. ERWARTUNGEN

Ich will grenzenlos träumen und dennoch bescheiden bleiben. Warum Erwartungen zu Leid führen. Über die Kunst zu träumen, groß zu träumen, und dennoch in die reale Welt zu passen. Wo liegt der Unterschied zwischen Erwartungshaltung und Vision? Und kann man träumen ohne etwas zu erwarten?

 ALLES LEBEN IST LEID


Was mich der Buddhismus lehrte

Als ich bei meiner ersten Asienreise mit dem Buddhismus in Berührung gekommen bin, war meine Begeisterung ab dem ersten Moment grenzenlos, meine Faszination groß. Ich besuchte, etwas außerhalb von Chiang Mai, in einem Kloster ein Meditations Retreat, das von einem liebenswerten Mönchen angeleitet wurde. Der Buddhismus lehrte mich dort eine wichtige Lektion - Alles Leben ist Leid. Was auf den ersten Blick hart erscheint, ist bei genauerer Betrachtung die Erklärung für so viele Enttäuschungen im Leben. Egal welchen Weg wir gehen, wir werden im Leben Leid begegnen. Es macht keinen Sinn sich dagegen zu wehren, denn es ist Teil unseres Seins und viele Dinge können wir weder beeinflussen, noch verhindern. Denn letztlich sind wir doch nur Reisende durch ein Abenteuer, das sich Leben nennt.

 

Es ist also einfacher, das Leid genauso herzlich anzunehmen, wie auch zum Beispiel die Freude. Jeder Schmerz lehrt uns etwas im Leben, bietet uns die Chance zu wachsen, vielleicht sogar die einzige Chance um eine ganz bestimmte Erfahrung zu machen, einen ganz bestimmten Weg einzuschlagen. Warum aber fällt es uns so schwer das Leid, diese Möglichkeit, dankend anzunehmen? Ganz einfach, weil wir Angst haben. Angst vor Verlust, Schmerz oder dem Unbekannten. 

ERWARTUNGEN FÜHREN ZU LEID


Warum du dich von Erwartungen lösen sollst. 

 

Durch das Lösen von Erwartungshaltungen kann es uns aber gelingen, 'unnötiges' Leid zu vermeiden. Unser Leben und unser Denken ist voller Erwartungen - egal ob banale, kleine, große oder zukunftsverändernde. Selbst wenn wir denken, wir gehen erwartungsfrei in eine Situation, schwingen sie auf unbewusster Ebene mit und in einem Moment der Unachtsamkeit, tappen wir in unsere eigens gestellten Fallen. Wenn der Bäcker am Morgen mal nicht wie gewohnt das lauwarme Croissant vorrätig hat, der Partner nicht wie erwartet von selbst feststellt, dass ein Wohnungsputz notwendig wäre, oder der Kellner das Essen serviert und die Suppe ist kalt. Beispiele solch kleiner, alltäglichen Fallen gibt es zur Genüge.

 

Was passiert also, wenn etwas, das wir erwarten nicht nach unseren Vorstellungen eintritt? Wir sind enttäuscht. Und was macht Enttäuschung mit uns? Wir sind wütend, traurig, verärgert ... voller negativer Emotionen, ergo - wir leiden. Wir leiden unter unseren eigens auferlegten Erwartungshaltungen. Das Anhaften an einer fixen Vorstellung, wie etwas zu sein hat, ist dabei das Problem. 


"If you want something, all the universe conspires in helping you to achieve it."

- Paulo Coelho - 


TRÄUME DIR DEIN LEBEN


Warum es wichtig ist, Visionen zu haben.

 

Um unsere Träume zu verwirklichen, unsere Visionen zu erreichen, ist es notwendig das Bild davon so detailliert und konkret wie möglich vor unserem inneren Auge entstehen zu lassen. Sofern es sich um unsere Bestimmung handelt, es unser wahrer Traum ist, wird uns das Universum unterstützen, notwendige Türen öffnen und Wege aufzeigen. Ich finde diesen Gedanken wunderbar und er erfüllt mich mit einem tiefen Vertrauen in mich und  gibt allem, was in meinem Leben passiert einen Grund.

 

Ohne klare Absicht kann mich das Universum nicht unterstützen. Jetzt stellt sich mir in letzter Zeit aber immer öfter die Frage: Kann man träumen ohne etwas zu erwarten? Ich habe große Träume für mein Leben, wie ich es erschaffen möchte, klare Visionen für mein ganz persönliches und erfülltes Leben. Vor allem auf Reisen, wenn ich Zeit für mich finde, werde ich beinahe überrollt von der Inspiration und dem damit verbundenen Freiheitsgefühl, die mein Denken und Träumen beflügeln. So reise ich also aktuell gerade durch den Norden Indiens und stelle mir die Frage, welche "Gefahren" hinter meinen Träumen warten könnten, welche Enttäuschungen dahinter lauern, wenn ich sie nicht erreichen sollte und finde mich so in einem Zwiespalt zwischen Vision und Erwartung wieder. 

AUF GEDANKEN FOLGEN TATEN 


Der Unterschied liegt in der Flexibilität

Wie groß kann ich denken, wie viel kann ich erreichen, geben, schaffen und erschaffen in meinem Leben, wie viel Inspiration und Motivation darf ich in meinem Denken zulassen, um letzten Endes nicht doch einfach nur enttäuscht zu werden? Ich habe für mich persönlich Antworten gefunden. 


"Der Weg ist das Ziel."


Es ist wichtig, groß zu träumen, Ziele zu haben und dadurch dem Leben auch einen besonderen Sinn zu geben. Wir dürfen dabei auf unser Gefühl vertrauen, auf unsere innere Stimme. Ich male mir meine Träume aus, versuche potenzielle Leidensfallen zu erkennen und bestenfalls nicht hineinzutappen. Ich lasse mich nicht von meinen Ängsten von etwas abhalten, das sich intuitiv als so richtig anfühlt - sonst wäre ich jetzt wohl auch nicht in diesem bunten und faszinierenden Land unterwegs, in dem ich wieder ein Stück weiter meinen Weg beschreite, tiefer ins Yoga eintauchen und mir selbst und meiner Meditations-Praxis Zeit schenken darf. Unter dem Motto, "Der Weg ist das Ziel.", gehe ich Schritt für Schritt in Richtung meiner Träume, genieße dabei jeden Moment und bleibe trotz Zukunftsvision in der Gegenwart.

 

Es gibt einen feinen aber bedeutenden Unterschied zwischen Vision und Erwartung. Erwartungen sind starr, sie lassen keinen Spielraum für Abweichungen ohne dadurch zu Enttäuschungen zu führen und entstehen oft unbewusst. Visionen hingegen entspringen bewussten Gedanken, einem bewussten Geist, und bieten zudem ein großes Potential an Wachstum und Entwicklung während des Weges.

 

In diesem Sinne - Was sind deine Träume, deine Ziele? Was ist die Vision deines wahren Selbst? 

Namasté

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Kommentare: 1
  • #1

    Das tapfere Flughörnchen (Samstag, 23 November 2019 18:52)

    Eine kleine Offenbarung und eine große Hilfe - vielen Dank für den schönen Beitrag!

Schön, von dir zu hören!

Yoga Your Moment


Daniela Aistleitner
Zertifizierte Yoga-Trainerin

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